<div id="myExtraContent1"> </div>
<div id="myExtraContent5"> </div>
Poussla sound

main info

instrumentation:
orchestra (2 2 3 3 - 4 2 2 1 - perc(3), vln(16), vla(10), vc(10), cb(10)) and ensemble (ob, cl(Eb), sop.sax(Bb), vln, acc, pno, tuba)
year:
2002 / 2006
durata:
20'
commission:
WDR Cologne (version 2002)
Berliner Festspiele / MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik (version 2006)
dedication:
für Harry Vogt und Peter Eötvös, die das Entstehen des Stückes angeregt haben
première:
Version 2002: 13.09. 2002, WDR Cologne / 'zeit-doppelfeatures'
Matthias Arter (ob), Francois Benda (cl), Marcus Weiss (s.sax), Jagdish Mistry (vno), Michael Wendeberg (pno), Teodoro Anzellotti (akk), Gérard Buquet (tuba)
WDR Symphony Orchestra, Sylvain Cambreling (cond.)

Version 2006: 25.03.2006, Philharmonie Berlin / Germany
SWR-SO Baden-Baden and Freiburg, Sylvain Cambreling (cond.)
latest revision:
V/2008
note:
originated from Puslinė (1997) for ensemble
related work(s):
Puslinė (1997)

score

practical

texts

in english
The origins of Poussla are in the ensemble work Puslinė (1997-2000). Puslinė is the name of a traditional Lithuanian string instrument. Its a bow made from a pig's bladder filled with dried peas and it produces a typical sharp tone. The word puslinė (a diminutive of Poussla) has Indo-European roots and is related to pusten (to blow) in German or pousser in French.

In
Poussla I tried to realise a non-linear dramaturgy – a swinging field of energy that is present at every moment and offers ever-new aural perspectives. A swing has its own rules with respect to speed and range. It may involve other elements in its motion. Contrary to a linear dramaturgy, swinging has no direction or destination. That is its main characteristic.

It has great similarity with the internal structure of sound in its physical form, with its periodically waving partials and the way in which these partials set one another in motion.

The seven soloists make up an ensemble which is juxtaposed with a symphony orchestra: like two meshing gears transmitting rotational motion.
in german
Der Ausgangspunkt für das Orchesterstück war das Ensemblewerk Puslinė. So nennt man ein litauisches Streichinstrument mit einer Tierblase als Resonanzkörper, die den für dieses Instrument typischen scharfen Klang erzeugt. Poussla könnte man als Großform von Puslinė verstehen, würde man es Pusla schreiben im Litauischen. So handelt es sich bei dem Wort Poussla um ein Kunstwort, Wortspiel, das keiner bestimmten Sprache angehört. Darin sind alle möglichen Bedeutungen von „pusten“, „pousser“ (franz.), „Blase“, „blasen“, „stoßen“, „drängen“, usw. enthalten. Vor allem aber assoziiere ich mit Poussla eine spezifische Direktheit im Ausdruck.

In Poussla habe ich versucht, eine nicht lineare Dramaturgie zu bilden. Ein Energiefeld, das in jedem Augenblick präsent ist, sich ständig dreht und immer wieder neue Hörper- spektiven bietet. Ein schwingendes Objekt hat seine eigenen Bewegungsgesetze: Sein Schwung kann größer oder kleiner sein, es kann sich schneller oder langsamer bewegen, zu einem Stillstand kommen, sich wieder einschwingen, oder andere Schwingungen in Gang setzen. Der Sinn des Schwingens hat kein Ziel: der Sinn des Schwingens ist das Schwingen selbst. Dieser Gedanke bildet eine Grundlage nichtlinearer Struktur. Solche Verhaltensweisen sind auch der physikalischen Struktur eines Klanges sehr ähnlich: seinem Aufbau aus mehreren Teiltönen, die für sich schwingen, oder wie sie einander beeinflussen.

Sieben Solisten bilden das Ensemble, welches dem Sinfonieorchester gegenübersitzt. Ein Klang ist hier wie ein großes Rad mit kleinen Rädchen im Getriebe.
in lithuanian
Kompozicija skirta septynių instrumentų ansambliui (obojui, klarenetui, saksofonui, tūbai, smuikui, fortepijonui ir akordeonui) bei simfoniniam orkestrui. Kūrinio išeities taškas - ansamblinė pjesė "Pūslinė" (1997).

"Siekiau sukurti nelinijinę dramaturgiją - kiekvieną akimirką aktyvų energijos lauką, kuriame nuolatos vyksta jėgų apykaita. Tai lyg milžiniškas ratas, kaskart atveriantis vis naujas garsines perspektyvas"

2008, ISCM World Music Days, Vilnius

reviews

Berliner Morgenpost
March 27, 2006
Klaus Geitel


(...) "Poussla" für Ensemble und Orchester, stammte aus der Feder des Litauers Vykintas Baltakas (34), eine zuhöchst beunruhigende Traummusik, energiestrotzend in sich und um sich kreisend. (...)

Klangtröpfchenmusik entfaltet sich zögerlich, doch auf unheimlich fesselnde Weise. (...) Der Komponist stürzt sich sozusagen Hals über den klugen Kopf in sein eigenes Werk, um es gleichzeitig auszukundschaften und zu gestalten. Baltakas hat sich als origineller Eigenbrötler zu erkennen gegeben.

Beifall für ihn.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
April 3, 2006, Nr. 79, S. 40
Martin Wilkening: "Spalten und Halten: Das Berliner "MaerzMusik"-Festival"


(...) Die Musik des jungen litauischen Komponisten, der mit wenigen Werken in kurzer Zeit in die erste Reihe aufrückte, klingt auf seltsame Weise vertraut und fremd zugleich, reich an Gefühlen, ironisch gebrochen und vermittelt durch einen universalen Geist, der seiner Musik noch mehr zutraut als den Soundtrack zur reinen Gegenwart. (...)
Der Tagesspiegel
March 29, 2006
Isabel Herzfeld: "Abschied von den Vogelstimmen"


(...) Olivier Messiaens „Chronochromie“ von 1959/60 ist natürlich ein Klassiker der Moderne, in dem der quasi naturalistische Ansatzpunkt der Notation von Vogelgesängen in strenge Zeitgestaltung mündet. Doch der junge Vykintas Baltakas braucht sich hinter Messiaen nicht zu verstecken: Mit der uraufgeführten Neufassung von "Poussla" erreicht der 34-jährige Litauer eine vergleichbare Farbintensität (...)
Berliner Zeitung
March 28, 2006
Peter Uehling


(...) wie viele Schüler Wolfgang Rihms hat auch Baltakas gelernt, sich selbst durch die Materie zu graben: Wie er aus den eigentümlich einreißenden Haltetönen des Beginns die Form entfaltet, mal die Haltetöne in den Mittelpunkt stellt, mal den Gestus des Einreißens, wie er beides immer wieder neu kombiniert, das war zugleich höchst konsequent wie unbedingt individuell. Ein dergestalt dialektischer, zwischen Konsequenz und Subjektivität vermittelnder Begriff von musikalischer Logik ist heute allerdings selten. (...)
Asymmetry Music Magazine
May 5, 2010
Michael E. Karman: "Gaida and ISCM in Vilnius"


(...) From the loud, sharp blast of an opening to the great slabs of sound tilting this way and that, from the lovely little plinks and plonks of the solo piano to the really ripping timpani work, Vykintas Baltakas’ Poussla was a real orchestral attention-grabber, one of several orchestral pieces that were quite surprisingly satisfying–surprising to me, anyway, who in the 1980s had rather gotten out of the habit of attending orchestra concerts in the US. Baltakas’ piece set a fairly high standard for the orchestral music of the festival. (...)

recordings

commercially available

history

2008-10-24Vilnius (LT), ISCM World Music FestivalLithuanian State Symphony Orchestra, GAIDA Ensemble
2008-07-19Darmstadt (DE), International Summer Course for New MusicSWR Symphony orchestra
2006-03-25Berlin (DE), Festival Maerzmusik, Philharmonie Berlin (premire of the 2006 version)SWR Symphony orchestra
2004-09-20Biennale Venice (IT), Teatro MalibranOrchestra Regionale Toscana, GAIDA ensemble
2004-09-10Schwaz (AT), Klangspuren FestivalTiroler Symphonieorchester Innsbruck, Gaida Ensemble
2002-09-13Köln (DE), Philharmonic Hall, WDR: zeit-doppelfeaturesWDR Symphony Orchestra, Matthias Arter (ob), Francois Benda (cl), Marcus Weiss (sax), Jagdish Mistry (vno), Michael Wendeberg (pno), Teodoro Anzellotti (akk), Gerard Buquet (tuba)
toolbar_find
Loading