_ Baltakas: Sandwriting II
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main info

Vykintas Baltakas: Sandwriting II (2019) for orchestra


instrumentation:orchestra
year:2019
duration:15'
commission:Eclat Festival / SWR
première:Eclat Festival 2019
related:Sandwriting I
www.baltakas.net

score

practical

Vykintas Baltakas: Sandwriting II (2019) for orchestra


www.baltakas.net

texts

deutsch

Sandwirting II (2018) für Orchester

 

Die europäische Musikwahrnehmung ist sehr stark von der klassisch-romantischen Denkweise beeinflusst – Musik, die in ihrem Verlauf als lineare Erzählung konzipiert und empfunden wird. Tatsächlich hängt unsere Wahrnehmung mit der Erinnerungs- und Aufmerksamkeitskapazität zusammen und registriert Veränderungen im Verlauf der Zeit. Mich interessiert jedoch eine musikalische Struktur, die Veränderungen beinhaltet und dabei die Aufmerksamkeit für die Musik aufrechterhält, die inhaltlich aber keine “Erzählung” ist: d.h. der konkrete Ablauf sowie die Formrichtung sind für das Stück nicht essenziell und können ausgetauscht werden.

 

Auf der Basis dieses Gedankens ist der Sandwriting-Zyklus entstanden.

 

Das erste Stück “Sandwriting” (I, Auftrag des WDR für die Wittener Tage für neue Kammermusik) wurde für zwei Keyboards und Live-Elektronik komponiert und im Experimentalstudio des SWR ausgearbeitet. Der Computer hatte hier die Rolle eines dritten Spielers. Es gibt darin etwa dreißig Episoden. Jede neue Episode hebt bestimmte Facetten des Ausgangsmaterials hervor, das damit fortlaufend variiert wird. Die Reihenfolge und die Längen der Episoden werden zwischen den Pianisten nicht synchronisiert. Der Computer hört zu und entscheidet, je nach Gesamtklang, welche Episode als nächste folgen wird. Ich nenne es „Modalform“.

 

Ausgangspunkt für “Sandwriting II” ist dasselbe Material. Es wird jedoch in diesem Fall in eine ganz andere Form gebracht. In „Sandwriting II“ habe ich keinen Computer zur Verfügung, der live mitentscheiden könnte. Trotzdem wollte ich meine Formbildungsmöglichkeiten beschränken. Daher habe ich das Ausgangsmaterial nach bestimmten Kriterien wie Intensität, Dichte, Register, etc. kategorisiert und so zusammengesetzt, dass es einem nichtmusikalischen Ablauf (einer gefilmten Pflanzenblattbewegung) folgt. Dieser Prozess hat zu überraschenden musikalischen Ergebnissen (“objets trouvés”) geführt, welche ich dann in der weiteren Arbeit an der Textur und der Orchestrierung im Detail ausformuliert habe.

 

Auf dieser Weise entsteht ein kontinuierlicher klanglicher Zustand: Verschiedene Schichtungen öffnen immer wieder neue Facetten des Ausgangklangs.

 

Vykintas Baltakas, 2018

 

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