_ Baltakas: Sandwriting
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main info

Vykintas Baltakas: Sandwriting (2018) for piano duo


instrumentation:2 electric pianos (keyboards) & electronics
year:2018
duration:15'
commission:WDR, Wittener Tage für neue Kammermusik
realization:Experimentalstudio des SWR Freiburg
première:28.04.2018 Wittener Tage für neue Kammermusik 2018
www.baltakas.net

score

practical

Vykintas Baltakas: Sandwriting (2018) for piano duo


www.baltakas.net

texts

german

Sandwriting (2008) für zwei Keyboards und Elektronik

 

Seit längerer Zeit bin ich auf der Suche nach einer nichtlinearen From in der Musik.

 

Die europäische Musikwahrnehmung ist sehr stark von der klassisch-romantischen Denkweise beeinflusst – ein Ablauf der Musik, der als lineare Erzählung konzipiert und empfunden wird. Das ist nicht unnatürlich, da unsere Wahrnehmung mit der Erinnerungs- und Aufmerksamkeitskapazität zusammenhängt und die Veränderungen der Zeit registriert. Mit anderen Worten: Musik ist für uns meistens eine Kunstform in der Zeit, oft unabhängig davon, was die Komponisten sich beim Schreiben ausdenken (z.B. werden einzelne Momente der “Momentform” doch oft als lineare Folge empfunden). Daher interessiert mich eine musikalische Struktur, welche die Veränderungen beinhaltet und dabei die Aufmerksamkeit für die Musik aufrechthält, jedoch inhaltlich keine “Erzählung” ist: d.h. der konkrete Ablauf sowie die Formrichtung sind für das Stück nicht essenziell und können ausgetauscht werden.

 

Die Besetzung von zwei Keyboards und Live-Elektronik schien mir eine gute Voraussetzung zu sein, um ein weiteres Model zu probieren. Der Computer hat hier die Rolle eines dritten Spielers. Es gibt etwa zwanzig kurze Episoden, die musikalisch deutlich charakterisiert sind und zwei bis vier mal wiederholt werden. Jede neue Episode hebt bestimmte Facetten des Ausgangsmaterials hervor, das damit fortlaufend variiert wird. Die Reihenfolge und die Längen der Episoden werden zwischen den Pianisten nicht synchronisiert. Jedoch haben die Musiker die gemeinsame Aufgabe, den Gesamtklang zu formen. Das Computer hört zu und entscheidet mit, je nach Interpretation, fügt der Computer bestimmte Algorithmen den Noten hinzu, filtert und verändert die Tonhöhen, Tonlängen und die Klangfarben. Auch entscheidet der Computer, je nach Gesamtklang, welches Modell als nächstes folgen wird.

 

Auf dieser Weise entsteht ein kontinuierlicher Morphingprozess: als ständige Transformation von Klangobjekten. Dabei ist die Reihenfolge der Episoden nicht wesentlich, da es um klangliche Zustände geht, die immer wieder neue Facetten zeigen. Dabei bleibt die Essenz der Musik erhalten. Ich nenne es Modalform.

 

Bei der Entstehung des Werkes hatte das Experimentalstudio des SWR eine wichtige Rolle. Vor allem Thomas Hummel, dem ich für seine Programmierleistungen danke und der die hier verwendete Sample-Datenbank conTimbre entwickelt hat.

 

Vykintas Baltakas, 2018

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history

2018-11-08Gaida Festival, Vilnius (LT)Indė Baikštytė (pno), Jonė Punytė (pno)
2018-10-20Arenafest, Riga (LV)Indė Baikštytė (pno), Jonė Punytė (pno)
2018-04-28Witten (DE), Tage für neue Kammermusik GrauSchumacher Piano Duo / Experimentalstudio des SWR
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